..hat mich heute der Hausmeister des Hotels, indem ich die nächsten 7 Nächte untergekommen bin, ins nirgendwo gebracht. Der letzte der drei Züge, die ich heute nehmen musste, um in meinem Therapiedomizil anzukommen, war ein Zug, der nach tschechien weiterfährt. Warum sehen Züge, die nach Tschechien fahren genauso aus, wie man sich's vorstellt. Nach knapp sieben Stunden Fahrt war ich schon da zum Teil den Tränen nah. Aber im Auto des Hausmeisters, der mich dann aufklärte, dass das wo wir gerade durchfahren, vor nicht langer Zeit noch gesperrtes Grenzgebiet war, war ich dem Koller nah. Wir kamen durch kleine Orte, die ich aus Verzweiflung gleich akzeptierte. Klein aber immerhin ein Café hier, ein Supermarkt dort. Aber wir fuhren immer weiter. Bis..ja..bis halt kein Café mehr weit und breit war. Das Hotel ist wirklich nett und die Landschaft auch. Aber..ja für einen überdrehten Burnoutler, der gerne shoppen, gerne in Bars und Cafés geht..der wahr gewordene Alptraum. Vielleicht ist das der Sinn der Therapie: Schock als Heilmittel. Direkt an das Foyer des Hotels grenzt eine Bar und das Restaurant. Aus dem Restaurant starrte mich erst einmal ein Zwölfertisch Senioren an, die gerade bei Kaffee und Kuchen saßen. Irgendwie erkannte ich eine Mischung aus Irritation und Mitleid darin. An der Bar ein Mann in meinem alter. Eventuell der einzige gleichaltrige im Hotel, schaute mich unentwegt an. Zu Glück hielt er fürs erste die Klappe. Da kein Zimmer mehr frei war, wohne ich jetzt in einem kleinen Ferienhaus. Komisches Gefühl. Ich hoffe, ich überlebe das hier. Würde frühestens nach meinem Aufenthalt bei der endreinigung des Hauses auffallen, wenn mir hier jemand was über den Schädel hauen würde. Loslassen klappt also noch nicht so..