Overblog Alle Blogs Top-Blogs Lifestyle
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Dieser Blog - geboren am absoluten Tiefpunkt meines Lebens, mitten im Burnout - ist seit über einem Jahr mein treuer Begleiter. Zunächst befüllt mit Eindrücken und Wahrnehmungen im Rahmen der Erkrankung wird er nun immer mehr zum Ausdruck dessen, was mich täglich so begeistert und bewegt - dazu gehört auch mein neuer Job in einer Outplacement-Beratung. Schön dass Ihr hier seid. Habt Spaß beim Lesen!!

Werbung

Gefühle

2311Gefühle, etwas was zu den subjektivsten Dingen überhaupt gehört. Genauso wie sämtliche anderen Sinneswahrnehmungen. Und alles Sachen, die im Burnout außer Gefecht gesetzt sind. Nicht funktionieren. Nicht nur irren sondern zumindest bei mir zeitweise auf Null waren. Gehört habe ich nach meinem Hörsturz wochenlang nur auf einem Ohr. Es wurde wieder besser, wenn ich auch nicht mehr so gut höre wie noch zuvor. Aber ich bin zufrieden. Mein Geschmackssinn ist wieder komplett da. Und das Sehen - es war nicht so dass ich schlechter von der Sehstärke gesehen hätte. Nein, es war ein Tunnelblick. Mein Sehfeld war sehr eingeschränkt, ich sah nur das was ich fokussierte, nahm nichts daneben, nichts darüber oder darunter wahr. Die Farben waren gefühlt alle gleich. Alle matt, trist, drüb. Ich war immer ein Mensch der gerne die Farben Schwarz und Grau mochte. Aber sehr gerne kombiniert mit anderen knalligen Farben. Weiß, Lila, Türkis, Grün. Weil diese Knallfarben meine Lust am Leben widerspiegelte. Diese Farben gaben mir an meinen Tiefpunkten gar nichts mehr. Und so war es mit vielem. Ich bin Ästhet. Liebe schöne Möbel, Bilder, Essen, Kleider, Frisuren etc. Ich liebe die Sonne. Es gab eine lange Zeit, wo ich Dinge sah, von denen ich wusste, dass sie mich eigentlich begeistern. Aber da war nichts, es regte sich nichts in mir. Es war eine unendliche Leere. Als ob sämtliche Gefühle meinen Körper verlassen haben. Je länger diese Stumpfheit anhielt, um so leerer wurde ich, um so sinnloser erschien mir alles. Es war ein sehr zermürbender und trauriger Zustand. Vielleicht auch eine Art Schutz, denn auch Negatives spürte ich so nicht oder nicht stark. Dennoch ist dieses Symptom eines, was mich verstehen, nachvollziehen ließ, warum es auch Suizidfälle bei Burnoutlern gibt. Vielleicht hatte ich einfach nur Glück, dass ich sonst ein sehr lebensfroher, lebensbejahender Mensch mit viel Energie und Eigenmotivation bin. So dass auch der Burnout davon nicht alles rauben konnte. Sich irgendwo eine Notreserve versteckt hatte, die manchmal ansprang. Sie ließ mich nicht verzweifeln und nicht den Glauben verlieren, dass die Sinne irgendwann wieder funktionieren. Und ich kann jedem Burnout-Patient sagen: Sie springen wieder an!

Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post