Overblog Alle Blogs Top-Blogs Lifestyle
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Dieser Blog - geboren am absoluten Tiefpunkt meines Lebens, mitten im Burnout - ist seit über einem Jahr mein treuer Begleiter. Zunächst befüllt mit Eindrücken und Wahrnehmungen im Rahmen der Erkrankung wird er nun immer mehr zum Ausdruck dessen, was mich täglich so begeistert und bewegt - dazu gehört auch mein neuer Job in einer Outplacement-Beratung. Schön dass Ihr hier seid. Habt Spaß beim Lesen!!

Werbung

Sinne - Bewusstsein - Gefühle

rain 

Öffne deine Augen

für die Schönheit um dich

 

öffne deinen Geist

für die Wunder des Lebens

 

öffne dein Herz

für die, die dich lieben

 

und bleibe dir stets

selbst treu

 

(Donna Davis)

 

Schöne und wahre Worte, die sinnbildlich dafür stehen könnten, was Burnout einem als Mensch verweigert.  Zu sehen, zu spüren, zu empfinden, zu fühlen, zu schmecken, zu träumen und sich selbst treu zu bleiben. Im fortgeschrittenen Stadium des Burnouts habe ich mich zunehmend apathisch gefühlt. Gefühllos, emotionslos, wie eine Hülle. Eine Hülle, die nur noch im Notbetrieb gearbeitet hat. Ich spürte keine Freude mehr. Ich sah Dinge, von denen ich wusste, dass sie mich glücklich machen und ich war nicht glücklich. Ich wusste noch nicht einmal mehr, wie sich Glück anfühlt. Ich hörte mich sprechen und hatte manchmal das Gefühl, dass dort jemand anderers sprach. Auf das was ich sprach, konnte ich mich auch nur schwer konzentrieren. Manchmal fing ich an zu schwitzen und meine Stimme versagte während ich Gespräche führte, sei es im Büro oder privat,  so groß war die Energie, die ich aufbringen musste - um zu reden und um den Faden dabei nicht zu verlieren. Manchmal spürte ich regelrecht, wie meine Stimme nicht mehr bis zum Ende mancher Sätze ausreichte. Meine Kehle fühlte sich an wie zugeschnürt. Nach außen hin, funktionierte ich wie immer. Innerlich zerbrach ich jeden Tag ein Stückchen mehr - merkte, wie die Energie immer weniger wurde. Ich hatte mich selbst sehr lange im Griff und arbeitete daran - auch weiterhin Motivationsinseln für mich zu finden. Meinen Job liebte ich. Ich wollte ihn nicht aufgeben. Wusste nicht, was mit mir los war. Hatte manchmal Panik, dass mit meinem Kopf irgendetwas nicht stimmt. Dass ich schon Anfänge von Alzheimer oder Ähnliches hätte, denn damit verbinde ich normalerweise Vergesslichkeit, Konzentrationsschwierigkeiten etc. Keinem fiel wirklich etwas auf. Sogar bei meinem Hausarzt wirkte ich zu stark - als dass er mir abgenommen hätte, dass ich kaum schlafe und manchmal noch nicht einmal mehr Kraft hatte meine Arme zu heben. Wenn es mir wieder richtig schlecht ging, hoffte ich, dass jemand käme und meine Gedanken lesen könnte. Sehen würde, wie es wirklich in mir aussieht. Mir helfen würde, mich aus dem System meines Lebens rausziehen würde, mich heilen würde. Es kam aber keiner. Das hat mein Körper letztlich selbst übernommen. Er ist zusammengeklappt. Und ohne funktionierenden Körper ist man tatsächlich gezwungen, auch der Seele und dem Kopf Ruhe zu gönnen. Auch wenn dies sehr schwer fällt. Ich weiß, dass es sich lohnen wird, dass ich losgelassen habe. Denn ohne funktionierende Sinne, ohne Glücksgefühle und ohne Energie, ist das Leben nicht viel wert.

Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post