Dieser Blog - geboren am absoluten Tiefpunkt meines Lebens, mitten im Burnout - ist seit über einem Jahr mein treuer Begleiter. Zunächst befüllt mit Eindrücken und Wahrnehmungen im Rahmen der Erkrankung wird er nun immer mehr zum Ausdruck dessen, was mich täglich so begeistert und bewegt - dazu gehört auch mein neuer Job in einer Outplacement-Beratung. Schön dass Ihr hier seid. Habt Spaß beim Lesen!!
Wirklich reich ist der, der mehr Träume in seiner Seele hat, als die Wirklichkeit zerstören kann.
Hans Kruppa
Als Kind hatte man noch so viele Träume. Man stellte sich vor, was man in seinem Leben alles machen wollte, was man werden wollte, bis wann man am liebsten verheiratet sein und Kinder bekommen haben wollte. Man stellte sich die Wohnung, das Haus, das Auto vor, welche man einmal besitzen wollte. Auch davon, wie man mal aussehen wollte, davon träumte man. Hatte Wünsche, Ziele und Träume. Träumte sich zum Teil bereits in die Situationen, malte sie aus und schmückte sie so, wie es einem am besten gefiel. Und es tat so gut. Es war so unbeschwert. Mit zunehmenden Alter scheint die Wirklichkeit die Träume immer mehr zu verdrängen. Klar, man lernt hinzu und das ist auch gut so. Kann abschätzen, was realistisch zu erreichen ist und was nicht. Wofür das Geld reicht, wofür nicht. Wie der eigene Körper aussehen kann und wie eben auch nicht. Ob der Partner auch als Vater taugt oder nicht und irgendwann fällt einem mit Anfang 30 auch auf, dass man doch noch nicht verheiratet ist und das persönliche Wunschalter für die Hochzeit schon überschritten hat. Man vergleicht immer stärker Wunsch und Wirklichkeit und hört auf zu träumen. Man erkennt, dass es lebenszertörende Krankheiten gibt und dass das Leben nun mal endlich ist. Aber sollte man nicht gerade deshalb das Träumen nicht aufgeben? Und alles dran setzen, Träume auch gegen viele reale Widrigkeiten umzusetzen? Etwas riskieren? Auf seine Intuition und nicht auf Vorgaben und Regeln hören? Den eigenen Sinn finden und diesem folgen, und nicht dem, was einem von Außen als richtig vorgegeben und aufgedrückt wird? Warum zwingen wir uns selbst in das "normale" Gefüge? Versinken im Alltag und der Routine? Würde es uns nicht glücklicher machen, wenn wir erkennen würden, dass wir für uns, unser Glück und unsere Träume und deren Erfüllung selbst verantworltlich sind? Das es an uns allein ist, das für uns beste daraus zu machen? Ist es nicht auch einer der Gründe, warum wir an Burnout erkranken? Das wir die Verantwortung für uns irgendwie aus der Hand geben? Uns vom Stress des Alltags, dem Druck, dem Streben nach Oben, den Meinungen anderer treiben lassen? Manipulieren lassen? Vielleicht ist dies einfacher. Denn man kann immer sagen, dass es eben die Umstände oder andere Menschen waren, die einen krank gemacht haben oder einem das Glück verwehrt haben. Verantwortung für sich selbst zu tragen, auf sich zu achten, zu sorgen und aufzupassen ist nicht einfacher, meiner Meinung nach aber der Schlüssel zum Glück.