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Dieser Blog - geboren am absoluten Tiefpunkt meines Lebens, mitten im Burnout - ist seit über einem Jahr mein treuer Begleiter. Zunächst befüllt mit Eindrücken und Wahrnehmungen im Rahmen der Erkrankung wird er nun immer mehr zum Ausdruck dessen, was mich täglich so begeistert und bewegt - dazu gehört auch mein neuer Job in einer Outplacement-Beratung. Schön dass Ihr hier seid. Habt Spaß beim Lesen!!

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Zweifel

Stille1..warum habe ich diese immer wieder? Vor allem warum schaffen es andere Menschen immer wieder, dass ich an mir selbst zweifel? An meinen Fähigkeiten, meinem Aussehen, meiner Ausstrahlung, meiner Fähigkeit mein Leben auf die Reihe zu bringen, aus mir etwas zu machen, es zu etwas zu bringen? Ich habe viel erreicht im Leben, es war nicht immer einfach. Dieses Jahr habe ich es sogar geschafft, mich aus dem Burnout zu befreien, auch wenn dieser Weg nicht aufhört, vielleicht nie aufhören wird, es ein tägliches "daranarbeiten" ist, ich habe es geschafft. Es erneut geschafft, einen guten Job zu finden. Mit Ansehen. Ich gehöre irgendwie wieder dazu. Es ist nicht einfach. Und die kleinste Kleinigkeit bringt mich erneut zum Zweifeln. Eine merkwürdige Email einer ehemaligen Kollegin zu meinem Geburtstag. Nett gemeint, aber sie erwähnt fast nur meinen Burnout. Und bezeichnet dies mehrmals als Krankheitsbild. Ist ja nicht so, dass Burnout keine Krankheit wäre. Aber möchte man so etwas zum Geburtstag lesen? Mein erster Gedanke war aber nicht: "Das ist von ihr einfach vollkommen deplatziert" sondern ein flaues Gefühl mir selbst gegenüber. Auch hier: Selbstzweifel. Auch in Beziehungen haben es Männer immer geschafft, die Themen so herumzudrehen, dass ich das Gefühl hatte, etwas falsch gemacht zu haben - obwohl es für jeden deutlich sichtbar nicht der Fall war. Und ich dies auch wusste. Und dennoch hatte ich Zweifel, Zweifel ohne Ende. Und ich sehe dies auch bei anderen Frauen. Frauen, die wunderhübsch sind, zweifeln an sich, ihrem Aussehen, ihren Maßen, zwingen sich durch Diäten, fallen in Essstörungen. Warum? Warum tun sie sich das an? Warum sind sie so selbstkritisch? Warum stehen sie nicht einfach über den von Medien propagierten Idealen? Jeder ist auf seine Art doch einzigartig. Und damit doch erst interessant. Warum kämpfen sie nicht mit der selben Selbstverständlichkeit um gute Jobs wie Männner? Wo sie zum großen Teil doch sogar die besseren Qualifikationen haben? Warum ziehen sie manche Mode nicht an, obwohl sie sich darin wohl fühlen, nur weil irgendwer mal was Kritisches geäußert hat? Warum fühlen sie sich ungelenkig, ungeschickt, zu still, zu dick, zu klein, zu groß, zu blass, zu irgendwas für die Dinge, die sie lieben? Die ihr Leben bereichern würden? Warum verzichten sie so oft? Ja WARUM? WEIL sie es vielleicht wie ich oft von klein auf nicht anders gelernt und das Urvertrauen in sich, in Ihre positive Einzigartigkeit verloren oder gar nie erlebt haben.

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