Ich habe es geschafft. Habe all meinen Mut zusammen genommen und bin gestern wieder ins Büro. Nachdem ich mich am dritten Arbeitstag für drei Tage krank gemeldet hatte. Dies ist jetzt sozusagen Anlauf Nummer drei. Die Ereignisse, vor allem letztlich der Tod meines Vorgesetzten, dies ist alles noch immer nicht ganz greifbar. Mehr noch, es ist und bleibt skurril. Für mich aber vielleicht genau die Chance. Mit ihm und seiner Art zu kommunizieren, wäre tatsächlich für mich keine Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit gewesen. Auch wenn er die zwei ersten Arbeitstage durch seine Krankheit enorm belastet war und seine Kommunikation noch weniger als sonst, seine Art und Weise seiner Zusammenarbeit, wie sie mir auch von anderen Mitarbeitern beschrieben wurde, hätte mich schnell wieder in das Burnout-System gebracht. Ich wäre sicher schnell wieder vor einem Rückfall gestanden. Dennoch tut es weh, dass dieser Mensch gehen musste. In den vier Gesprächen vor meinem Eintritt, als auch in Emails und Telefonaten hatte er mit wahnsinnig gut getan. Er hatte mir große Wertschätzung entgegen gebracht, wir hatten das gleiche Verständnis von personalentwicklung, die gleiche Energie, die gleiche positive Einstellung zum Leben und die selbe Motivation Menschen bei ihrer Entwicklung zu begleiten, Veränderungen zu erleichtern und einen Anreiz dafür zu schaffen. Er hatte wohl einen Tag vor meinem Eintritt erfahren, dass er dieses gefährliche aneurisma in sich hat. Das er in Lebensgefahr schwebt. Eine OP tödlich enden würde. Das die Gefahr bestand, dass es in naher Zukunft platzen könnte. Er ist dennoch an meinem ersten Arbeitstag erschienen. Das zu wissen tut weh. Meine Kollegen haben mir gesagt, dass er sich wahnsinnig auf die Zusammenarbeit mit mir gefreut hatte. Das ist so wahnsinnig schön zu wissen, nachdem was ich beim vorarbeitgeber erlebt habe. Auch wenn eine Zusammenarbeit schwierig gewesen wäre, vielleicht unmöglich, so ist es mit eine Ehre, dass ich diesen Menschen kennenlernen durfte. Es ist sehr traurig, dass er gegen musste und schmerzhaft, auf welchem Weg. Ich hätte ihm weniger Leid gewünscht. Ich werde ihn nie vergessen. Ich hoffe, ich kann sein Werk in seinem Sinne weiterführen.