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Dieser Blog - geboren am absoluten Tiefpunkt meines Lebens, mitten im Burnout - ist seit über einem Jahr mein treuer Begleiter. Zunächst befüllt mit Eindrücken und Wahrnehmungen im Rahmen der Erkrankung wird er nun immer mehr zum Ausdruck dessen, was mich täglich so begeistert und bewegt - dazu gehört auch mein neuer Job in einer Outplacement-Beratung. Schön dass Ihr hier seid. Habt Spaß beim Lesen!!

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In Gedenken - Und es kommt häufig so ganz anders als man denkt


Wer weiß
sundown1

Wir kommen, wer weiß, woher.
Wir gehen, wer weiß, wohin.
Wir sind wie die Welle im Meer
allein und doch darin.

Wir sind wie das Licht ein Teilchen
und ebenso ein Strahl.
Wir sind auf der Erde ein Weilchen
und vielleicht ein ums andere Mal.

Wer weiß, woher wir gekommen,
wer weiß, wohin wir gehen?
Es bleibt für uns verschwommen,
bis wir selbst am Ende stehen.

Renate Eggert-Schwarten

Ich habe mich gestern beim neuen Arbeitgeber krank gemeldet, nachdem ich seit Freitag keine Nacht länger als 1,5 Stunden Schlaf gefunden hatte.Irgendwie ließ mich das Chaos im Büro nicht los, auch nicht das merkwürdige Verhalten meines Vorgesetzten, was so ganz anders war, als ich es die Male, als ich ihn in Gesprächen erlebt habe, empfunden hatte. Mein Hausarzt hat mich sogar bis zum 23.3. krankgeschrieben, äußerst besorgt, dass meine neu gewonnene Stabilität durch die Erlebnisse beim neuen Arbeitgeber wieder zerbrechen könnte. Ich selbst konnte irgendwie keinen klaren Gedanken fassen. Fragte mich, ob und warum ich mich so getäuscht hatte. Zweifelte an meiner Integrationsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit. Sah ich alles zu schwarz? Die Vorfreude auf den neuen Job, die Zuversicht, hatte sich in Fassungslosigkeit gewandelt. Gestern hatte ich sofort meine Therapeutin aufgesucht. Aus einer geplanten Stunde wurden zwei. Ich erzählte viel, lachte darüber, kam mir vor, als würde ich ihr eine skurrile Geschichte erzählen, irgendetwas erfinden. Hatte ich ihr 6 Tage zuvor begeistert von meinem bevorstehenden Start erzählt. Heute war ich mir sicher, dass ich noch einmal das Gespräch suchen würde, nicht mit meinem Vorgesetzten, sondern eine Ebene höher, mit dem Bereichsleiter. Dass ich kündigen würde, damit das zweite Mal, stand zu 95% fest. Trotz allem wollte ich mich nicht sprachlos von dannen machen. Ansprechen, was ich für äußerst bedenklich halte. Bevor ich jedoch den Bereichsleiter anrufen konnte, erhielt ich von ihm einen Anruf. Er teilte mir mit, dass mein Vorgesetzter gestern verstorben sei. Ich bin noch immer schockiert und sprachlos. Ich fühle mich wie in einem schlechten Traum. Wann werde ich aufwachen? Er bat mich, wenn möglich, diese Woche noch ins Büro zu kommen. Darüber werde ich nachdenken, plane aber, dem Ganzen noch eine Chance zu geben. Was habe ich zu verlieren? Gehen kann ich auch dann noch. Ich weiß aber, dass die Situation nicht einfacher geworden ist. Mein Vorgänger ist weg, im Ausland, und der einzige, der mich hätte einarbeiten können, lebt nicht mehr. Aber ich habe nichts zu verlieren, ich kann nur gewinnen. Ich hoffe, ich werde den Mut und die Kraft haben. Denn, das einzige, was wir tatsächlich verlieren können, ist unser Leben. Das sollten wir uns täglich vor Augen halten.

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