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Dieser Blog - geboren am absoluten Tiefpunkt meines Lebens, mitten im Burnout - ist seit über einem Jahr mein treuer Begleiter. Zunächst befüllt mit Eindrücken und Wahrnehmungen im Rahmen der Erkrankung wird er nun immer mehr zum Ausdruck dessen, was mich täglich so begeistert und bewegt - dazu gehört auch mein neuer Job in einer Outplacement-Beratung. Schön dass Ihr hier seid. Habt Spaß beim Lesen!!

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Endlich Wochenende

Wochenende 

Wochenende - hmm wie ging das nochmal richtig?

 

Ich habe heute irgendwo gelesen: "Erholung ist die Würze der Arbeit"...hmm hätte mir auch jemand früher sagen können.

Ist ja nicht so, dass ich es nicht irgendwie geahnt hätte. Den Mitarbeitern, für die ich im Rahmen meiner Personalreferententätigkeit zuständig war, habe ich dies bestimmt auch gesagt. Auch Freunden würde ich einen solch guten Rat nicht vorenthalten. Warum hat dies für mich irgendwann aber nicht mehr gezählt? Bzw. warum ist meine freie Zeit irgendwann immer mehr aus den Fugen der Erholung und in meinen Job reingeraten?

Ich habe viele Interessen, liebe Freunde, weiß eigentlich was und wer mir gut tut. Und dennoch habe ich diese wichtigen Parts meiner Freizeit immer mehr in die Ecke gedrängt, weil ich mehr Platz benötigte für meine steigende Aufgabenbelastung, Mehrverantwortung im Beruf. Lange Zeit sah ich in Zusatzaufgaben, vergrößertem Verantwortungsbereich und zusätzlichen Projekten nur die Chancen. Chancen auf mehr Wertschätzung, Anerkennung, Chancen auf mehr Gehalt. Ich ließ mich immer mehr vom Unternehmen beanspruchen. Irgendwann wusste ich aber nicht mehr, wie und wann ich die Mehrarbeit leisten konnte. Meine Strategien um schneller zu arbeiten oder gar konzentrierter zu agieren (Kaffee kann auch zur Droge werden) gingen irgendwann nicht mehr auf. Wurden dem dauerhaft steigenden Aufgabenpegel nicht mehr gerecht. Ich musste auf eine andere Strategie setzen. Und fand sie - die Zeit, genauer gesagt, die Freizeit. Dieser Strategie fielen erst die Mittagspausen zum Opfer. Da die Zeit im Büro trotzdem nicht mehr ausreichte, um meine Aufgaben zu erledigen (mein Chef sagte mal zu unserer Vertrauensarbeitszeit: "Jeder arbeitet so lange, wie er für seine Aufgaben benötigt" - hm also musste ich irgendwie unfähig sein, denn er schaffte es regelmäßig vor mir zu gehen), nahm ich mir die Aufgaben mit nach Hause. Ich dehnte damit die verfügbare Arbeitszeit aus - und schonte dabei noch mein Unternehmen - denn Überstundenbezahlung habe ich nie gesehen. Mal davon abgesehen, dass ich die Zeit, die ich zuhause investierte, natürlich nie notierte. Aktivitäten, die zu meiner Erholung dienen sollten, wurden weniger und weniger. Es gab keinen Montagmorgen mehr, an dem ich von einem erholsamen Wochenende hätte sprechen können. Ich steckte irgendwann regelrecht fest - in der Abwärtsspirale, die letztlich zum Zusammenbruch führte.

Jetzt hat mich mein Körper gezwungen, von der Arbeit loszulassen. Und man merkt, zu welcher Droge die Arbeit geworden ist. Die Auszeit wirkt tatsächlich oft wie ein schmerzhafter Entzug. Und dennoch merke ich auch, wie gut Erholung doch tut und wie schön es ist, sich lebendig und energiegeladen zu fühlen.

Deshalb: Ich wünsche allen ein schönes Wochenende. Sorgt für Euch und Eure Erholung. Genießt die freie Zeit. Denn - die Arbeit erwartet Euch früh genug wieder.

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