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Dieser Blog - geboren am absoluten Tiefpunkt meines Lebens, mitten im Burnout - ist seit über einem Jahr mein treuer Begleiter. Zunächst befüllt mit Eindrücken und Wahrnehmungen im Rahmen der Erkrankung wird er nun immer mehr zum Ausdruck dessen, was mich täglich so begeistert und bewegt - dazu gehört auch mein neuer Job in einer Outplacement-Beratung. Schön dass Ihr hier seid. Habt Spaß beim Lesen!!

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Frauen = multitaskingfähig? Hmmm...nein.

Gestern hat mir meine Therapeutin eine Illusion geraubt. Die meiner Multitaskingfähigkeit. Etwas, worauf ich stolz war, gibt es laut ihrer Aussage gar nicht. Super. Ich war immer froh gewesen, im Büro viele Dinge "gleichzeitig" erledigen zu können. Zu telefonieren und gleichzeitig Emails zu beantworten ohne dabei meinem Gesprächspartner das Gefühl zu geben, ich hörte ihm nicht zu. Laut der Aussage meiner Therapeutin ist dieses Multitasking eine Illusion. In der Realität ist unser Gehirn aber gezwungen, zwischen den verschiedenen Tätigkeiten hin und her zu springen. Ist einmal hier und einmal da bei der Sache. Je mehr man gleichzeitig zu erledigen versucht, um so schneller muss unser Gehirn hin und her springen. Dadurch wird es müde und wird langsamer statt wie gedacht schneller und die Konzentrationsfähigkeit lässt nach (die Sicherung brennt gefühlt einfach irgendwann durch). Bei dieser Erzählung gehe ich die letzten Monate in meiner letzten Beschäftigung durch und mir wird heiß. Es ist in der letzten Zeit tatsächlich so gewesen, dass ich gefühlt 1000 Dinge im Kopf hatte, mich aber auf nichts mehr wirklich richtig konzentrieren konnte. Um meinem Arbeitstag eine gewisse Struktur zu geben und in diesem Gedankenchaos nichts zu vergessen, hatte ich begonnen, ToDo-Listen zu schreiben. Ich schaffte es aber nie, mich mehr als ein paar Minuten einer Sache zu widmen. Hatte ich mit einer Tätigkeit angefangen, schweiften meine Gedanken ab und mir fiel etwas anderes ein, was viel dringender zu erledigen war. Ich hörte also mit der bisherigen Aufgabe auf und widmete mich einer anderen. Besonders schlimm war es, wenn ich Texte lesen musste. Briefe, längere Emails, Zeitungsartikel. Sobald ich ein paar Sätze gelesen hatte, fing mein Gehirn regelrecht an, sich selbständig zu machen. Ich dachte den nächsten Termin durch, plante das Abendessen, die Einkaufsliste, das kommende Wochenende....Es gab immer irgendetwas, was mich ablenkte. Und das raubte wahnsinnig Energie. Abends war ich oft einfach nur zerschlagen. Und manchmal, das musste ich mir auch eingestehen, war ich nicht wirklich produktiv.

Haushalt gehört jetzt nicht so zu meiner Lieblingstätigkeit (außer Kochen - ich koche wahnsinnig gerne und glaub auch ganz gut) - aber Haushalt gehörte in der schlimmsten Phase tatsächlich zu den Dingen, die ich gerne getan hatte. Denn....hier war mein Gehirn entlastet. Ich konnte körperlich arbeiten. Manchmal hatte ich das Gefühl - mein Gehirn schaltete währendessen einfach ab. Und das tat sehr gut.

 

Auch hiervon habe ich somit losgelassen: Dass ich multitaskingfähig bin (schade..ich wäre es doch so gerne gewesen;-)) und dass Dinge gleichzeitig zu tun, produktiv ist.

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