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Dieser Blog - geboren am absoluten Tiefpunkt meines Lebens, mitten im Burnout - ist seit über einem Jahr mein treuer Begleiter. Zunächst befüllt mit Eindrücken und Wahrnehmungen im Rahmen der Erkrankung wird er nun immer mehr zum Ausdruck dessen, was mich täglich so begeistert und bewegt - dazu gehört auch mein neuer Job in einer Outplacement-Beratung. Schön dass Ihr hier seid. Habt Spaß beim Lesen!!

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Karneval, Fasching oder so

Venedig-Maske-O6Karneval hat dieses Jahr eine sehr skurrile Wirkung auf mich. Menschen feiern ausgelassen bis zum Aschermittwoch. Verkleiden sich. Können vielleicht einmal sein, was sie sonst nicht sind. Besonders Kindern und Jugendlichen macht dies eine große Freude. Ich kenne aber auch viele Ältere, die jedes Jahr Karneval, Fasching oder wie es sonst so benannt wird, in vollen Zügen genießen. Warum wirkt es dieses Jahr so beklemmend und faszinierend zugleich auf mich? Weil ich mich während der schlimmsten Zeit meines Burnouts ebenfalls wie maskiert gefühlt habe. Manchmal nur zeitweise, manchmal längerfristig. Besonders im Büro war dies der Fall. Ich fühlte mich teilweise wie der Hauptdarsteller im eigenen Film. Ich war so oft erschöpft, kraft- und engergielos. Aber nach außen hin? Ich musste funktionieren. Das erwartete ich von mir und dachte auch, dass dies andere von mir erwarten. Wollte nicht zeigen, wie es mir wirklich geht wollte keine Schwäche signalisieren. Wusste ich auch, dass dies bei meinem Chef absolut deplatziert war. Er meine Schwäche eher noch für seine Themen benutzen würde. Mein Chef, der mir ganz klar gesagt hatte, dass ihn die privaten Themen seiner Mitarbeiter nicht interessierten. Meine Kollegen und auch unsere externen Partner waren von mir Perfektion gewohnt, dies wollte ich weiterhin bieten. Wenn es auch oft meine allerletzten Kraftreserven auffraß. Anders als im Karneval, wo es Menschen maskiert richtig gut geht, ging es mir immer schlechter. Es wurde immer schwieriger, die Fassade aufrecht zu erhalten. Ich fühlte mich manchmal regelrecht verfolgt und beobachtet. Dachte: "Sie sehen es. Sie sehen, dass Du bald zusammenbrichst. Dass es Dir schlecht geht. Sie sehen Deine Schwäche." Aber die Maske hielt perfekt. Außer wirklich guten Freunden, bemerkte niemand etwas. Ich wirkte weiterhin stark und selbstbewusst. Wenn ich ehrlich bin, wäre es manchmal besser gewesen, es hätte jemand etwas bemerkt, mich darauf angesprochen, mich damit konfrontiert. Und es wäre für mich besser gewesen, weitaus früher von meinem Überlebenskampf im Büro loszulassen, die Makse vom Gesicht zu reißen. Die Verantwortung für mich und meine Gesundheit zu übernehmen und mir helfen zu lassen. Ich bin froh, diesen Schritt gegangen zu sein, vielleicht etwas spät, aber immer noch genau richtig.

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