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Dieser Blog - geboren am absoluten Tiefpunkt meines Lebens, mitten im Burnout - ist seit über einem Jahr mein treuer Begleiter. Zunächst befüllt mit Eindrücken und Wahrnehmungen im Rahmen der Erkrankung wird er nun immer mehr zum Ausdruck dessen, was mich täglich so begeistert und bewegt - dazu gehört auch mein neuer Job in einer Outplacement-Beratung. Schön dass Ihr hier seid. Habt Spaß beim Lesen!!

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Stille und Ruhe - Warum halten wir sie nicht aus?

Stille1 Rea Garvey singt so schön "Can´t stand the Silence" link . Seit Anbeginn meiner ersten gefühlten Erschöpfung, suche ich sehnlichst nach Ruhe und Stille. Und das merkwürdige an der Sache ist, ist sie dann mal da, konnte ich sie nicht ertragen. Ein paar Minuten Stille - sie kamen mir immer wieder vor wie eine halbe Ewigkeit. Sie taten mir richtig weh. Ruhe war für mich unproduktiv. Ich musste immer etwas tun. Machte aber nie irgendetwas richtig. Konnte mich auf die einzelnen Dinge nicht konzentrieren, dachte schon an die nächsten Dinge. Zum Beispiel könnte man sich beim Friseur doch eigentlich gut erholen. Klar sind auch andere Kunden dort und es läuft vielleicht Musik im Hintergrund. Dennoch ein idealer Ort, um abzuschalten, sich zu entspannen. Nicht mit mir. Ich machte währendessen Einkaufs- und To-Do-Listen, überlegte mir, was ich am Abend kochen, am Wochenende machen wollte und welche Geschenke ich noch brauchte. Dachte an die nächsten Tage im Büro, an das, was liegen geblieben war. Meine Gedanken sprangen von einem zu anderen, sobald nur ein Fünckchen Ruhe um mich herum entstand. Das selbe konnte auch in der Sauna passieren. Eigentlich ein Ort der kompletten Ruhe. Ich war dort richtig unruhig, fühlte mich wie unter Folter. Mein Körper wollte regelrecht nicht dort bleiben, wollte genauso aktiv sein, wie meine Gedanken im Kopf. Zuhause war es nicht besser. Entstand an einem Sonntag mal ein Zeitfenster, in dem es nichts mehr aufzuräumen, einzukaufen, fürs Büro vor- oder nachzubereiten gab, man niemanden mehr anrufen brauchte und keine Verabredung hatte, entstand schmerzhafte Langeweile. Ich fühlte mich nutzlos, unproduktiv. Fühlte mich von der Zeit getrieben, dachte, "Du musst jetzt doch etwas machen". Ich kann mich auch jetzt, nach 8 Wochen Auszeit nicht daran erinnern, in dieser Zeit irgendwann einmal wirklich komplette Stille oder Ruhe gehabt zu haben. Ich habe zwar Phasen gehabt, in denen ich mal auf dem Sofa gesessen bin. Der Fernseher lief dann aber zumindest tonlos. Still war es zwar - aber ein bisschen pseudostill;-). Und meistens hatte ich ein Buch in der Nähe. Mal gar nichts machen, die Ruhe und Stille wahrnehmen, annehmen, zulassen? Wirklich mal ganz loslassen? Daran muss ich weiterhin arbeiten. Die Unfähigkeit hierzu ist für mich ein Kern des Burnouts, der angegangen werden muss.

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