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Dieser Blog - geboren am absoluten Tiefpunkt meines Lebens, mitten im Burnout - ist seit über einem Jahr mein treuer Begleiter. Zunächst befüllt mit Eindrücken und Wahrnehmungen im Rahmen der Erkrankung wird er nun immer mehr zum Ausdruck dessen, was mich täglich so begeistert und bewegt - dazu gehört auch mein neuer Job in einer Outplacement-Beratung. Schön dass Ihr hier seid. Habt Spaß beim Lesen!!

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Urlaub?

Strand 
Nach unserem 2tägigen Aufenthalt in Bangkok im Jahr 2011 Bangkok - einmal mit und einmal ohne Burnout ging es weiter auf die wunderschöne Insel Koh Samui. Ich hoffte, dass es dort besser würde. Ich abschalten und zur Ruhe kommen und die Schönheit der Insel spüren könnte. Eigentlich ist es schwer, sich dieser Schönheit zu verwehren. Zum Glück wusste ich im Vorfeld nicht, wie schlimm mein Zustand tatsächlich sein würde.

Vor meinem Urlaub hatte ich ein Problem, was für mich in meiner verantwortungsvollen Personalentwicklerin (für 550 Mitarbeiter alleinig zuständig) nicht neu war. Als ich mein Büro verließ, hatte ich mal wieder nicht das Gefühl alles fertig bekommen zu haben. Bisher hatte ich dieses Gefühl und auch die Themen, die mich nach meinem Urlaub erwarten und einholen würden, spätestens im Flugzeug vergessen. Diesmal war es anders. "Was hatte ich vor dem Urlaub nicht geschafft?, Wen hatte ich vergessen anzurufen? Was brennt an, wenn ich nicht da bin? Was muss ich nach dem Urlaub als erstes tun?" Diese Fragen belagerten mein Gehirn. Sie hatten sich da regelrecht eingebrannt. Ich konnte absolut nicht abschalten und das im wahrsten Sinne des Wortes. Leider hatte ich meiner Kollegin, die mich vertreten sollte, jedoch von den Themen wenig bis gar keine Ahnung hatte, erlaubt, mir private Emails zu schreiben, wenn sie Fragen hat. Das dümmste, was ich tun konnte. Und leider hatte ich ein internetfähiges Handy mit an Bord. Auch, wenn ich mir vorgenommen hatte, dies nicht zu tun, rief ich regelmäßig meine Emails ab und einmal gelesen, konnte ich es natürlich nicht unterlassen, die Emails meiner Kollegin auch zu beantworten. Ich kam nun aber gar nicht mehr runter. Fühlte mich wie auf Droge. War die ganze Zeit angespannt, schlief schlecht und fühlte mich krank. Auf der Sonnenliege, auf der die Urlauber sich inder Regel sofort entspannt fühlen, lesen, Musik hören, die Wellen beobachten oder schlafen, fühlte ich mich wie gefoltert. Auf ein Buch konnte ich mich nicht konzentrieren, beim Musikhören und in die Wellen schauen, liefen meine Gedanken vom Büro und wieder zurück und wieder hin. Alle zwei Minuten sprang ich auf, um entweder auf Toilette zu gehen, was zu trinken, ein anderes Buch zu holen, oder um ins Wasser zu gehen. Ich fühlte mich wie das trommelnde Häschen mit neuen Batterien. Ich konnte einfach nicht vom Vollgas (wie es bei mir im Job einfach normal war) auf Entspannung umschalten. Trotz der wunderschönen Insel mit Ihren tollen Palmen, den interessanten Märkten, dem weißen Strand und dem türkisfarbenen Meer.Ich konnte absolut nicht damit umgehen, freie Zeit zu haben. Irgendwie bekam ich sie nicht zufriedenstellend gefüllt und begriff auch gar nicht mehr, dass das nicht der Sinn des Urlaubs war. Fragte ich mich, wie es nach dem Urlaub im Büro sein würde (das schlechteste, was man im Urlaub tun sollte) wurde mir richtig schlecht, mein Herz raste und ich bekam Panik. Diese raubte mir regelrecht die Luft zum Atmen. Und dies wurde von Tag zu Tag schlimmer. Eigentlich wird man von Tag zu Tag im Urlaub erholter und entspannter, ich wurde von Tag zu Tag kränker. Das Stresshormon beherrschte meinen Körper und ich nicht mehr mein Leben und meine Gesundheit. Loslassen vom Stress? War für mich einfach nicht mehr möglich. Ich wollte es und es tat weh, es nicht zu können. Nach meinem Urlaub las ich einen Artikel, der dieses Phänomen als "Liegestuhl-Depression" beschrieb, welches ein Symptom des Burnouts darstellt. Ein für mich schreckliches Symptom.

Ganz ehrlich? Ich freue mich schon riesig auf meinen ersten Urlaub - nach dem Burnout. Ich hoffe, dass ich dann endlich wieder richtig loslassen, entspannen und genießen kann.

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